USA 2017 – 19. Tag – So. 09.04.2017

Florida City – Key West

Der Tag endet in einem tollen Hotel nur 90 Meilen vor Kuba. Er fing an in Florida City und einem ersten Blick aus dem Fenster der schockte. Es regnete wieder einmal im Sunshine State. Der Regen begleitete uns auch noch die ersten Meilen auf dem Weg nach Key West. Gott sei dank hörte es dann aber auf und es wurde noch ein sonniger wunderschöner Tag.

Bis Marathon, was etwa auf der Hälfte der Strecke liegt, war ich vom Overseas Highway etwas enttäuscht. Ich hatte es mir etwas romantischer vorgestellt. So fuhren wir auch durch bis zu unserem ersten Stopp. Wir hatten im Turtle Hospital für die Tour um zwei Uhr reserviert. Da wir noch Zeit hatten, suchten wir Sombrero Beach auf. Ein wunderschöner kleiner Strand.

Mit gefüllten Mägen ging es dann zum Krankenhaus. Das Turtle Hospital wurde in den 80gern gegründet und kümmert sich um verletzte und kranke Schildkröten. Die Tour sollte man unbedingt machen, sie kostet für einen Erwachsenen 22 Dollar und dauert etwa 80 Minuten. Bis zum Hurricane Willma 2005 war das Krankenhaus auch ein Motel. Durch das Unwetter wurden die Zimmer sehr in mittleidenschaft gezogen und man entschied sich nur noch für die Schildkröten da zu sein.

Derzeit sind knapp 50 Schildkröten im Spital und die meisten werden auch wieder frei gelassen. Nur die wenigsten bleiben ein Leben lang hier, oder werden an andere Aquarien weitergegeben. Leider sind die meisten der auf den Keys ansässigen fünf Arten von Schildkröten vom Menschen bedroht. Auch die Verletzung und Erkrankungen rühren oft von Menschenhand her. Etwa Bootsschrauben, gefressener Müll oder Wucherungen aufgrund von menschlichem Abwasser. Wenn man übrigens eine Schildkröte adoptieren möchte, sollte man bedenken wie alt die Tiere werden. Mit einem Besuch hier tut man auf alle Fälle schon einmal etwas Gutes.

Einen kleinen Schreck jagte uns beim gehen die Leguane ein der sich dort befand. Sicher 40 cm lang und ziemlich lebendig. Wie uns die Tourguide des Krankenhauses erklärte sind diese Tiere auf den Keys heimisch. Wieder etwas gelernt.

Der restliche Weg nach Keyboard West war dann wunderschön. Der Weg ins Paradies, wie der örtliche Polizeichef den südlichsten Punkt der USA im Radio nannte. Verbunden mit der Ansage sein Auto und Zimmer zuzusperren. Nachdem wir unser tolles Zimmer bezogen hatten, ging es noch einmal los um etwas die Umgebung zu erkunden und zum Abendessen.

Ein unglaublich toller erster Eindruck den Key West am heutigen Tag hinterlassen hat. Auch wenn uns die freilaufenden Hühner gewaltig verwirrten. Irgendwie hatten wir das hier nicht erwartet.

Der Blick in das örtliche Immobilienblatt hat mir leider etwas die Illusion genommen hier heimisch zu werden. Preise wie in München.

Distanz: 132 Meilen (212 km)

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USA 2017 – 18. Tag – Sa. 08.04.2017

Fort Myers – Florida City

Heute ging es zurück an die Ostküste von Florida. Nach dem Frühstück, bei dem ich mich wieder einmal für unsere Landsleute schämen musste. Ein älterer Herr redete unmöglich mit der Rezeptionistin, weil 15 Minuten vor Ende des Frühstücks Dinge schon aus waren. Leider fällt einem das im Ausland immer besonders auf wie ätzend manche Deutsche sind.

Wir fuhren erst einmal nach Süden in Richtung Naples, ehe es dann nach Osten ging. Unseren ersten Stopp legten wir in Everglades City und im dortigen Everglades Nationalpark Visitor Center ein. Wir entschieden uns aber gegen eine der angebotenen Bootstouren der örtlichen Firma, uns fehlte schlicht das Interesse. Als nächstes stand das kleinste Postoffice der USA auf dem Programm. Man muss sagen, es ist wirklich winzig. Ich glaube der Postbeamte kann sich darin nicht einmal umdrehen. Leider hatte es geschlossen und so ging es weiter.

Wir fuhren weiter durch Big Cypress National Preserve, einem Naturschutzgebiet und hielten an einem Parkplatz an. Hier gab es auch etwas zu sehen und zwar Alligatoren in freier Wildbahn. Das brachte uns durchaus etwas zum Staunen. Erstaunliche Tiere, wenn auch nicht so groß wie ich dachte. Der Ranger erklärte uns, eigentlich liegen die Tiere den ganzen Tag faul in der Sonne um Kraft zu sammeln. Sie tun ihren Job meinte er über die Kaltblüter. Waren es beim ersten Stopp noch einige wenige, gab es beim zweiten Stopp durchaus mehr zu sehen.

In Florida City erreichten wir am späten Nachmittag unser heutiges Ziel. Eine kleine Anmerkung. Wie oft die Amerikaner etwas historisch nennen ist uns heute wieder aufgefallen. Meine Begleitung meinte dazu nur trocken: Da hat wieder jemand irgendwann ein Postoffice gegründet.

Distanz: 167 Meilen (270 km)

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