USA 2017 – 20. Tag – Mo. 10.04.2017

Key West (Conch Republic)

Heute war entspannen angesagt und so schliefen wir erst einmal aus, bevor wir frühstücken. Das Hotel ist nicht nur teuer, sondern auch echt gut. Die Zimmer sind top und auch das Frühstück war gut, also für die USA. Unseren Standard mit hier zu vergleichen ist einfach nicht möglich.

Wir liefen zum kleinen Strand, der nur drei Minuten vom Hotel entfernt liegt. Leider geizt Key West etwas mit Stränden und auch der South Beach ist ziemlich klein. Bis frühen Nachmittag relaxten wir aber dann zuerst am Strand um im Anschluss am Pool. Eine wirklich gute Idee, den als wir gegen drei Uhr aufbrachen um in die Stadt zu gehen, war es noch unglaublich warm. Die Sonne hatte nichts von ihrer Kraft verloren und so suchten wir die Schattenseiten zum Laufen.

Zuerst versorgten wir uns mit Eis, also besser gesagt zwei Kugeln, die eigentlich vier Kugeln waren. War wieder eine dieser Amerikanischen Begegnungen. Wir machten einen kleinen Schlenker zum Little White House und weiter zum alten Hafen, oder besser gesagt zum Hafen für die kleinen Schiffe. Die Kreuzfahrtschiffe, die hier sehr gerne haltmachen, legen auf der anderen Seite an. Das große Deutsche Kreuzfahrtschiff von gestern war heute nicht mehr da, dafür ein anderes. Eigentlich wollten wir erst einmal nur etwas trinken, entschieden uns dann aber auch etwas am Hafen zu essen. Heute wollten wir unbedingt einen Sonnenuntergang sehen.

Warum so viele Leute auf Schiffen den Sonnenuntergang sehen wollten, war uns nicht so ganz begreiflich, wurde es aber später noch. Eine gigantische Völkerwanderung setzte in Richtung Sonnenuntergang ein und dann wurde es uns klar. Die Sonne geht hinter der Insel, welche man vom Hafen aus sieht unter. Deshalb schaut man sich hier den Sonnenuntergang auf einem Boot an. Aber auch die Leute die heute auf dem Boot waren hatten Pech, die Sonne ging in kleinen Wolken unter. Das Ganze war aber nicht minder schön vom Land aus, auch wenn die Sonne hinter einer Insel unterging. Übrigens heißt die Insel Sunset Key, irgendwie passend.

Ach und apropos verrückt, neben der Fahne von Florida und den USA fanden wir hier immer eine der Conch Republic. Wir waren beide etwas verwundert, bis ich Wikipedia befragte. Am 23. April 1982, also einen Tag vor meiner Geburt, sagte sich Key West und einige benachbarte Inseln von den USA los und ruf die Conch Republic aus. Der nun unabhängige Staat erklärte den USA den Krieg, nur um sofort wieder zu kapitulieren. Hintergrund waren Streitigkeiten wegen Grenzkontrollen auf dem Weg zum Inland. Am besten hierzu bei Wikipedia nachlesen. Irgendwie passt die Geschichte zu diesem tollen Stück Erde und macht es noch etwas sympathischer.

Distanz: nur gelaufen

Nachtrag: Die Sonne geht nicht immer hinter Sunset Key unter. Zu anderen Jahreszeiten geht sie auch wo anders unter.

nächster Tag ->

USA 2017 – 19. Tag – So. 09.04.2017

Florida City – Key West

Der Tag endet in einem tollen Hotel nur 90 Meilen vor Kuba. Er fing an in Florida City und einem ersten Blick aus dem Fenster der schockte. Es regnete wieder einmal im Sunshine State. Der Regen begleitete uns auch noch die ersten Meilen auf dem Weg nach Key West. Gott sei dank hörte es dann aber auf und es wurde noch ein sonniger wunderschöner Tag.

Bis Marathon, was etwa auf der Hälfte der Strecke liegt, war ich vom Overseas Highway etwas enttäuscht. Ich hatte es mir etwas romantischer vorgestellt. So fuhren wir auch durch bis zu unserem ersten Stopp. Wir hatten im Turtle Hospital für die Tour um zwei Uhr reserviert. Da wir noch Zeit hatten, suchten wir Sombrero Beach auf. Ein wunderschöner kleiner Strand.

Mit gefüllten Mägen ging es dann zum Krankenhaus. Das Turtle Hospital wurde in den 80gern gegründet und kümmert sich um verletzte und kranke Schildkröten. Die Tour sollte man unbedingt machen, sie kostet für einen Erwachsenen 22 Dollar und dauert etwa 80 Minuten. Bis zum Hurricane Willma 2005 war das Krankenhaus auch ein Motel. Durch das Unwetter wurden die Zimmer sehr in mittleidenschaft gezogen und man entschied sich nur noch für die Schildkröten da zu sein.

Derzeit sind knapp 50 Schildkröten im Spital und die meisten werden auch wieder frei gelassen. Nur die wenigsten bleiben ein Leben lang hier, oder werden an andere Aquarien weitergegeben. Leider sind die meisten der auf den Keys ansässigen fünf Arten von Schildkröten vom Menschen bedroht. Auch die Verletzung und Erkrankungen rühren oft von Menschenhand her. Etwa Bootsschrauben, gefressener Müll oder Wucherungen aufgrund von menschlichem Abwasser. Wenn man übrigens eine Schildkröte adoptieren möchte, sollte man bedenken wie alt die Tiere werden. Mit einem Besuch hier tut man auf alle Fälle schon einmal etwas Gutes.

Einen kleinen Schreck jagte uns beim gehen die Leguane ein der sich dort befand. Sicher 40 cm lang und ziemlich lebendig. Wie uns die Tourguide des Krankenhauses erklärte sind diese Tiere auf den Keys heimisch. Wieder etwas gelernt.

Der restliche Weg nach Keyboard West war dann wunderschön. Der Weg ins Paradies, wie der örtliche Polizeichef den südlichsten Punkt der USA im Radio nannte. Verbunden mit der Ansage sein Auto und Zimmer zuzusperren. Nachdem wir unser tolles Zimmer bezogen hatten, ging es noch einmal los um etwas die Umgebung zu erkunden und zum Abendessen.

Ein unglaublich toller erster Eindruck den Key West am heutigen Tag hinterlassen hat. Auch wenn uns die freilaufenden Hühner gewaltig verwirrten. Irgendwie hatten wir das hier nicht erwartet.

Der Blick in das örtliche Immobilienblatt hat mir leider etwas die Illusion genommen hier heimisch zu werden. Preise wie in München.

Distanz: 132 Meilen (212 km)

nächster Tag ->