USA 2015 – 10. Tag – So. 07.06.2015

Grand Junction- Green River

strecke20150607

Ich startete den Tag etwas später und fuhr dann in Richtung Moab. Ich bog recht schnell von der Interstate 70 ab und nahm den kleinen Colorado River Highway. Nicht auf den Interstate Autobahnen zu fahren, wenn man die Zeit hat, ist die deutlich schönere Alternative. Die wunderschöne Strecke führte direkt neben dem Fluss durch die Schluchten. Eine kleine Anmerkung zur Interstate 70: Hier sind 80 Meilen als Höchstgeschwindigkeit erlaubt. Lediglich hier und in Texas kann man so schnell fahren. Auf dem Highway 130 sind sogar 85 Meilen (ca. 137 km/h) erlaubt. Fast ein Geschwindigkeitsrausch ;-).

Gegen 11 Uhr erreichte ich den Arches Nationalpark und erlebte erst einmal einen Schock. Es war Sonntag und vor mir in der Schlange warteten mindestens 30 andere Autos. Es dauerte aber nicht sonderlich lange und so konnte ich bald durchstarten. Ich fuhr als erstes zum am Weitesten entfernten Punkt „Devils Garden“. Dort fand ich dann auch erst im zweiten Umlauf einen Parkplatz, ehe es dann zu Fuß weiter ging.

Ging es am Anfang, bis zum Landscape Arch einem gigantischen Bogen, noch relativ leicht zu laufen, wurde es dann richtig anspruchsvoll. Der Weg zum Double O Arch ist nichts für Leute mit Höhenangst oder unerfahrenen Wanderern.An mehreren Stellen muss man sogar mit den Händen klettern. Nachdem ich den Double O erreicht hatte, kehrte ich um. Insgesamt brauchte ich fast zwei Stunden in Devils Garden zu und lief um die 7 km.

Nach einem kleinen Halt am Sand Dune Arch ging es weiter zum Delicate Arch. Der wohl bekannteste Steinbogen der Welt. Er ist nicht nur das Wahrzeichen von Utah, sondern auch des Parks. Auch hier muss ich sagen, die Wanderstrecken sind wirklich anspruchsvoll. Die Strecke hat 150 Höhenmeter und ist hin- und zurück 5 Kilometer lang. Über meine ganz gute Kondition war ich nicht nur einmal froh. Aber der Ausblick entlohnt dann. Einfach gigantisch wie groß dieser Bogen ist (ca. 20 Meter hoch). Auf Bildern ist dies leider kaum zu greifen.

Als letztes schaute ich mir in der Window Section noch das North und South Window an. Auch diese beiden aus dem richtigen Blickwinkel betrachtet wunderschön. Ich kletterte noch hinter den Turret Arch und konnte so mehrere Bögen auf ein Bild bannen. Bevor es nach Green River ging, noch schnell den Balanced Rock abgelichtet und im Visitor Center vorbeigeschaut.

Insgesamt habe ich über sieben Stunden im Park zugebracht und bin wirklich schnell gewandert (insgesamt um die 15 km) und habe die ein oder andere kleinere Wanderung sogar ausgelassen. Man kann also ohne Probleme einen ganzen Tag in diesem Park verbringen. Schade finde ich den Faktor Mensch dem dieser Park ausgesetzt ist. Eigentlich sind die Regeln doch klar, trotzdem findet man überall Müll und die Menschen laufen abseits der Strecken. Die Nationalparks in den USA sind etwas wunderbares, aber natürlich nur wenn sie auch späteren Generationen erhalten bleiben.

Distanz: 211 Meilen (338 km)

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USA 2015 – 9. Tag – Sa. 06.06.2015

Durango – Grand Junction

strecke20150606

Nachdem es die ganze Nacht geregnet hatte, hoffte ich auf Besserung im Laufe des Tages. Ich startete trocken und fuhr auf den Highway 550 nach Norden. Die Straße ist als Scenic Byway ausgezeichnet. Man kann also besonders schöne Landschaften neben der Straße erwarten.

Dem kann man uneingeschränkt zustimmen. Der Million Dollar Highway, wie er auch genannt wird, schlängelt sich über mehrere Pässe und erreicht über den Red Mountain Pass eine Höhe von 3,358 Metern. Dementsprechend vielen die Temperaturen auf 2 Grad und der Regen, der wieder angefangen hatte, wandelte sich in Schnee um. Am Pass oben sammelten sich gerade einige Radfahrer, die ich auf dem Weg nach Norden und Bergab dann auch mehrfach überholte.

Leider regnete es in der Gegend um Silverton so sehr, dass ich nicht einmal einen kleinen Stopp einlegen wollte und fuhr einfach weiter. Gegen späten Nachmittag erreichte ich das wunderschöne Städtchen Ouray. Ein Bekannter, der mir die Strecke über den Highway 550 empfohlen hatte, schwärmte bereits im Vorfeld von diesem Ort. Ich kann ihm uneingeschränkt zustimmen. Selten habe ich einen Ort mit einem derartig tollen Flair gesehen. Viele alte Häuser, eingerahmt von gigantischen Bergen an drei Seiten des Orts. Ich machte einen Stopp und holte mir eine warme Schokolade, was ich nach dem Kälteschock auch gut gebrauchen konnte. Ouray schafft es im Gegensatz zu Durango deutlich besser das normale Leben und den Tourismus unter einen Hut zu bringen. Außerdem gibt es eine Brauerei im Ort ;-).

Weiter ging es weiter in den Black-Canyon-of-the-Gunnison-Nationalpark. Auch eine Empfehlung und auch hier muss ich sagen, ein relativ unbekannter und kleiner Park, aber absolut sehenswert. Der Canyon ist unglaublich steil und bietet tolle Ausblicke. Leider schlug hier das Wetter ziemlich zu. Ich fuhr nur die Aussichtspunkte ab und versuchte irgendwie Bilder zu machen. Trotzdem hielt ich mich fast zwei Stunden im Park auf, ehe ich weiter nach Grand Junction, meinem heutigen Ziel fuhr.

Distanz: 215 Meilen (344 km)

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USA 2015 – 8. Tag – Fr. 05.06.2015

Bluff – Durango

strecke20150605

Es hatte in der Nacht geregnet, dementsprechend sah mein Auto jetzt noch schlimmer aus als vorher. Ich verließ Bluff in Richtung Colorado, was ich auch nach kurzer Zeit schon erreichte. Colorado hat wunderschöne Willkommensschilder, welche mit Holzrahmen gefasst sind. Gerade ist der Slogan „Colorful Colorado“ für den Staat stehend. Ich überlegte kurz ob ich schnell zu 4-Corners fahre, verwarf den Gedanken aber relativ schnell. Eine Platte im Boden, auf der vier Linien zusammenlaufen, reicht wirklich einmal im Leben.

Ich fuhr über die 160 dann zügig dann zum Mesa Verde Nationalpark, wo es dann richtig zu regnen begann. Nachdem ich mir die Übersichtskarte für den Park geholt hatte fuhr ich zuerst das Spruce Tree House an. Um dorthin zu gelangen legt man erst einmal eine Strecke von über 20 Kilometern zurück. Der Park gesamt erstreckt sich über die gigantische Fläche von 210 m².

Im Spruce Tree House lebten einmal zwischen 60 und 90 Menschen über mehrere Generationen hinweg. Ärgerlich war nur, dass der Regen zwar leichter wurde, aber nicht aufhörte. Also hieß es Jacke anziehen und los. Im Anschluss fuhr ich weiter den Loop Trail ab und schaute mir Square Tower House und Sun Point an. Von letztem hat man einen tollen Blick auf mehrere der Felswohnungen. Nachdem ich noch diverse andere Aussichtspunkte angefahren hatte, verließ ich den Park.

Der Mesa Verde ist nicht so spektakulär wie viele der anderen Nationalparks im Südwesten der USA. Wer aber in dieser Ecke ist sollte sich unbedingt die Zeit nehmen den Park zu besuchen.

Leider nahm der Regen wieder zu und so konnte ich die schöne Strecke nach Durango nicht wirklich genießen. Dort wurde der Regen auch nicht weniger und so verzog ich mich erst einmal in ein Kaffee, ehe ich ins Hotel fuhr. Gegen Abends ließ der Regen etwas nach und so fuhr ich noch einmal direkt nach Durango hinein. Ich parkte in der Nähe des Zugdepots und lief die schöne Innenstadt ab. Die Durango and Silverton Narrow Gauge Railroad ist eine Touristenattraktion. Die Linie schlängelt sich durch den wunderschönen San Juan Nationalforest und die Lokomotiven sind noch Dampfbetrieben. Leider hielt das Wetter nicht wie erhofft und so machte ich mich dann doch wieder auf den Weg ins Hotel. Schade den Durango ist eine wirklich schöne kleine Stadt in der ich gerne weiter rumgelaufen wäre.

Distanz: 185 Meilen (296 km)

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