USA 2012 – 3. Tag – Do. 20.09.2012

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Westerly – New Heaven – New York City

Trotz nur einer Fahrtstrecke von etwa 250 km, war der heutige Tag sehr anstrengend. New Yorker Verkehr ist einfach eine Sache für sich und kostet einige Nerven. Zum Glück bin ich erst um kurz vor sechs Uhr, und damit nur eine Stunde vor dem Wecker, aufgewacht. Gegen halb acht ging es auf die Strasse. Nach einem kurzen Abstecher zu 7 Eleven, um uns mit Kaffee zu stärken, ging es los in Richtung New York. Noch in Westerly verließen wir Rhode Island und kamen nach Connecticut (meine Nummer Neun). Um möglichst viel von der Landschaft zu sehen, fuhren wir meistens auf der wunderschönen Route 1. Leider kann diese Ihrem Pendant, dem Highway 1 in Kalifornien, nicht das Wasser reichen. Aber auch so ging es durch malerische kleine Ortschaften und immer wieder konnte man einen Blick auf den Atlantik werfen.

Unseren ersten großen Halt machten wir in New Haven und wurden absolut überrascht. Es befindet sich dort nämlich die berühmte Yale University (man hätte sich vorher ja Mal genauer informieren können). Nach einem Spaziergang durch das wunderhübsche Städtchen ging es weiter in Richtung Big Apple.

In Westport machten wir dann Mittagspause im Burgerladen Shake Shack und wurden dabei sehr positiv überrascht. Guter Laden, faire Preise und alles super frisch zubereitet. Wirklich guter Fastfood, aber an einen Schweinebraten kommt es natürlich trotzdem nicht ran!

Weiter ging es dann über ein unglaubliches Autobahngewirr in Richtung New York. Ich möchte den Verkehr in dieser Stadt nicht bei Schnee, Eis, Regen oder zur Rushhour erleben. Auf bis zu acht Spuren muss man ständig darauf achten nicht von einem Lastwagen gerammt zu werden, oder ein anderes Auto beim Spurwechsel zu übersehen.

Wir haben es aber Gott sei Dank ohne größere Probleme und größere Umwege zu unserem Hotel in Brooklyn (25st Street) geschafft. Ein Navi ist doch wirklich sehr hilfreich! Dort haben wir dann erst einmal unsere Koffer auf das Zimmer gebracht und uns kurz frischgemacht. Dann nahmen wir die U-Bahn (Haltestelle perfekt direkt vor dem Hotel gelegen) in Richtung Lower Manhattan. An der Haltestelle South Ferry stiegen wir aus um an der Südspitze erst einmal einen Blick auf die Freiheitsstaate zu werfen. Anschließend liefen wir durch den Financial District. Wir liefen etwas planlos umher und kamen so nach der Börse auch an Ground Zero.

Es ist schwer für mich diesen Ort zu beschreiben. Ich war 19 und drei Jahre zuvor das erste Mal in den USA als die Flugzeuge 2001 in die Türme einschlugen. Kaum ein Tag in meinem Leben ist mir bis heute so im Gedächtnis geblieben wie dieser Dienstag. Man läuft durch enge Häuserschluchten und steht auf einmal an einem großen weiten Platz. Selbst wenn man nicht wüsste das hier etwas schlimmes passiert ist, würde man merken dass etwas nicht stimmt. Obwohl die Anschläge schon 11 Jahre zurückliegen, ähnelt alles einer großen Baustelle. Erst im Jahr zuvor konnte das Denkmal eröffnet werden. Am World Trade Center 1 soll sogar noch bis 2015 gearbeitet werden, obwohl es bereits jetzt das höchste Gebäude New Yorks ist.

Zugang zum Denkmal hat man derzeit nur mit einer Sicherheitskontrolle wie am Flughafen (Metalldetektor). Nach Abschluss der Bauarbeiten soll die Fläche aber frei zugänglich gemacht werden. Das Denkmal selbst sind dann zwei Wasserbecken, welche von der Grundfläche die Umrisse der alten Türme haben. Dort stürzt dann Wasser in die Tiefe und am Rand stehen die Namen der getöteten Menschen. Durch den Lärm der Wasserfälle hat das ganze keine so bedrückende Stimmung, wie oft an anderen Denkmälern. Das Museum, welches sich auch auf dem Gelände befindet, hatte leider wegen Bauarbeiten geschlossen. Als wir weiter in Richtung eines Pubs zogen war ich wirklich ergriffen, aber doch auch beeindruckt. Man hat aus einem wirklich schlimmen Ort, an dem fast 3000 Menschen starben, einen Platz der Erinnerung geschaffen. Ich hoffe ich erhalte noch einmal die Chance hier her zurück zu kommen, wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind.

Nachdem wir noch in einem Pub zu Abend gegessen haben und etwas verweilt sind, ging es mit der U-Bahn zurück ins Hotel. Dort standen wir noch vor dem Haus, als Ernst von einer jungen Dame angesprochen wird. Es stellte sich heraus, das die Frau aus Schwindegg ist und jeden Tag mit Ernst im gleichen Zug nach München fährt. Es ist einfach nicht zu glauben wie klein diese Welt ist.

Distanz: 164 Meilen (264 km)

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