USA 2010 – 6. Tag – Mo. 17.05.2010

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Escalante – Bryce Canyon – Zion – Hurricane

Heute war die erste Nacht die ich wirklich bis kurz vor 7 Uhr durchgeschlafen habe. Nach den üblichen Morgenritualen ging es wieder zurück auf die Strasse. Nachdem wir einen kleinen Halt zum Frühstück eingelegt hatten, ging es über die 12 und die 89 zum Bryce Canyon Nationalpark.

Der Bryce Canyon ist nach dem Grand Canyon sicherlich der eindrucksvollste Nationalpark im Wilden Westen. Durch Wind und Wasser wurden lauter „Stacheln“ ausgewaschen, die mitunter ein sehr skurriles Bild abgeben. Da der Wind heute ganz schön pfiff, hatten wir nicht wirklich Lust auf eine große Wanderung. Wir fuhren deshalb einige Aussichtspunkte an, ehe wir kurz nach Mittag den Park verließen.

Weiter ging es auf der 89 in Richtung Zion Nationalpark, den wir dann über den landschaftlich sehr reizvollen Highway 9 erreichten. Unterwegs legten wir noch einen kurzen Tankstopp bei Shell ein. Shell ist zwar etwas teurer als andere Tankstellen, aber immerhin verstehen wir hier das System wie man tankt.Im Zion Nationalpark angekommen, fuhren wir in Richtung Besucherzentrum. Dort stellten wir unseren Camry zu den vielen anderen Autos und begaben uns zur Bushaltestelle. Der Zion ist im Prinzip eine lange Schlucht, mit zum Teil mehreren hundert Meter hohen Steilwänden, an deren Eingang sich das Besucherzentrum befindet. Früher konnte man selbst mit dem Auto in den Canyon fahren, heute bringt einen der Shuttlebus hinein. Insgesamt fährt der Bus auf seiner 40 minütigen einfachen Fahrt sieben Haltestellen an. Wir fuhren zur Endhaltestelle um dort eine halbstündige Wanderung weiter in den Canyon zu unternehmen. Bei Niedrigwasser im Sommer, kann man im angrenzenden Bach noch einige Meilen weiterlaufen. Da wir aber noch Schmelzwasser hatten, mussten wir wieder umkehren.

Auf dem gut ausgebauten Weg tauchten auch immer wieder freche kleine Eichhörnchen auf. Eines war besonders mutig und kletterte auf einem kleinen Strauch herum, welcher direkt über den reißenden Fluss hing. Auf dem Rückweg mampfte er immer noch genüsslich und hatte wohl absolut keine Angst abzustürzen. Leider gibt es auch in den USA Menschen die sich einfach nicht an Regeln halten. Es steht deutlich geschrieben, dass man die Nager nicht füttern soll. Auf dem Rückweg sahen wir aber ein Eichhörnchen mit einem Stück Apfel im Mund. Ich nutzte natürlich die Möglichkeit es zu fotografieren, aber ärgerte mich darüber warum der Mensch immer so unvernünftig ist. In einem kleinen Bächlein haben wir auch unsere erste Schlange (ca. so dick wie ein kleiner Finger und 30 cm lang) gesehen.

Leider war das Wetter den ganzen Tag nicht wirklich auf unserer Seite. Es war kühl und ständig bewölkt. Nach unserer Wanderung machten wir uns mit dem Bus auf, zurück zum Parkplatz. Nach wenigen Meilen erreichten wir mit Hurricane unser heutiges Endziel. Zuerst steuerten wir ein Taveler Inn an. Da dort aber das Telefon und damit auch das Internet nicht funktionierten fuhren wir weiter zu einem Rodway Inn. Für nur 78 $ buchten wir uns ein Familienzimmer mit je einem Bett pro Person. Absoluter Luxus! Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, brachen wir noch einmal auf um etwas zum Essen zu suchen.

An der Hauptstrasse fanden wir das Barista’s Diner, ein absoluter Glücksgriff! Beim ersten Mal fuhren wir noch vorbei, ich hatte aber die leicht bekleidete Dame (nur Bikinoberteil und Minijeans) bereits erblickt und schnell umgedreht. Der Laden hatte an den Wänden lauter Rezessionen ehemaliger Gäste und es gab nur eine große Speisekarte über der Theke. Deshalb wurden wir auch gleich von Inhaber Steve persönlich begrüßt, der uns gleich die Geschichte des Diners erzählte. Er erzählte uns mit glänzenden Augen, dass seine Kaffeemaschine aus Italien kommt, dass sie das Brot (Weißbrot) selbst backen und auch alles andere hausgemacht ist. Dann bettete er uns noch seine Speisekarte runter, ehe er uns etwas Luft zum Atem gab um unsere Getränke zu holen.Wir entschieden uns alle für einen Burger, der zwar mit etwa 14 $ doch recht teuer war, aber dafür ein absoluter Genuss für die Sinne war! 14 $ sind natürlich relativ zu sehen, wenn man einer leicht bekleideten Dame beim arbeiten zuschauen darf. Während wir auf das Essen warteten, kam ein weiteres deutsches Pärchen rein. Steve erkannte sofort, dass es sich um Deutsche handelt und erzählte ihnen, dass wir auch Deutsche sind. Anscheinend muss man es uns ansehen und irgendwie war das kein Einzelfall. Nach dem Essen wie üblich Tagebuch und dann relativ früh ins Bett.

Ich lobe mir übrigens unser deutsches Internet. Hier in den USA hat man selten nur eine Geschwindigkeit von ISDN.

Distanz: 168 Meilen (269 km)

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