USA 2010 – 3. Tag – Fr. 14.05.2010

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Needles – Route 66 – Grand Canyon

Auch die zweite Nacht war bereits sehr früh zu Ende. Wir hatten uns einen Weckruf für 7:00 Uhr bestellt, zu dieser Zeit waren wir aber dann schon auf der Strasse. Von Needles ging es zurück auf die Interstate 40 nach Osten. Nach wenigen Meilen überquerten wir die Grenze zu Arizona und verließen die I-40 um auf einen der letzten Abschnitte der Original Route 66 zu wechseln.

Die Route 66 von Topock nach Kingman schlängelt sich romantisch über wunderschöne Berglandschaften und war ein absolutes Highlight unserer heutigen Etappe. Noch vor 9 Uhr errichten wir die Ortschaft Oatman, welche folgenden Slogan hat: „Oatman, wo die Zeit stehen geblieben ist“. Dies trifft absolut auf das kleine verschlafene Nest zu. Die Ortschaft sieht aus wie vor 100 Jahren. Leider hatten zu früh am Morgen noch keine Geschäfte geöffnet und so machten wir einige Fotos um uns dann wieder auf den Weg zu machen.
Die landschaftlich sehr reizvolle Strecke setzte sich weiter bis zum Sitgreaves Pass fort. Auf der anderen Seite ging es dann auf die Ebene hinunter um dann schnurr gerade nach Kingman zu führen. Am Strassenrand fanden wir immer wieder einsame Briefkästen. In den USA bekommen übrigens sogar ungeteerte Strassen einen Namen.

Als wir gegen 10 Uhr in Kingman angekommen waren, suchten wir zuerst einmal eine Tankstelle auf. Wir hatten etwas zu kämpfen, aber am Ende war unser Tank wieder gefüllt. Es ist für einen Deutschen schon befremdend wenn man zum bezahlen keine Unterschrift und auch keinen Pin benötigt, aber auch daran haben wir uns gewöhnt. Nachdem das Auto gefüttert war, versuchten wir unser Glück beim Mc Donald’s. Leider mussten wir feststellen, dass zu den Frühstückszeiten die regulären Burger nicht verkauft werden und so war es ein kurzweiliger Genuss.

Nach dem Frühstück setzte sich Marcus das erste Mal ans Steuer und es ging weiter auf der Route 66. Von Kingman nach Seligman führt die 66 ein Stück weg von der neuen Interstate 40, auch wenn die Strecke länger ist lohnt sich der Abstecher. Etwa in der Mitte der Strecke findet man den Hackberry General Store. Die ehemalige Tankstelle ist heute eine Anlaufstelle für alle die der Sehnsucht der Route 66 folgen. Rund um den Laden finden sich diverse alte Fahrzeuge und Kuriositäten. Auch der Laden innen ist geschmückt mit alten Emailleschildern, alten Karten und Postern. In einer Ecke findet man eine Weltkarte auf der die Gäste mit Pinnadeln gekennzeichnet haben woher sie kommen. Dazu zieren unzählige Geldscheine aus aller Welt und sogar Polizeikennzeichen aus Deutschland den Laden. Natürlich kann man sich im General Store auch stärken oder ein Souvenir mitnehmen.

Vor dem Laden trafen wir auf eine Gruppe von Rockerdamen, die Stilecht auf ihren eigenen Harley Davidsons unterwegs waren. Die Damen zelebrierten dann natürlich auch Ihre Abfahrt dementsprechend. Es war schon etwas Besonderes eine Gruppe von Rockerinnen zu sehen.

Nachdem wir uns genügend umgeschaut hatten, ging es für uns weiter nach Seligman um dort von der Route 66 zurück auf die I-40 zu wechseln. Wir fuhren weiter bis nach Williams, einem Ort in dem wir 1998 übernachteten. In Williams machten wir einen kleinen Spaziergang durch die Läden. Wir machten dann einen Einkaufsbummel. Anschließend genossen wir in einem kleinen Laden noch fantastische selbstgemachte Burger.

Frisch gestärkt übernahm ich wieder das Steuer um die letzte Etappe für heute anzugreifen. Es ging von Williams gerade aus nach Norden zum Grand Canyon Nationalpark. Es war den ganzen Tag schon kälter als gestern und es regnete sogar etwas, aber nur für einige Minuten. Am Grand Canyon angekommen, kauften wir uns den Jahrespass „Annual Pass“ für alle US Parks für 80 $ das Auto. Da wir ja mehrere Parks anfuhren hat sich die Anschaffung auf alle Fälle gelohnt. Alleine der Grand Canyon kostet 25 $ pro Auto.

Nachdem wir im Park waren, suchten wir zuerst einen Aussichtspunkt auf. Ich hatte versucht meine Mitfahrer auf diesen Blick vorzubereiten, aber dies kann man einfach nicht. Da es ja fast ohne Steigung bis zur Kante des Canyons geht, ist der Blick umso faszinierender weil man sich nicht vorstellen kann das es gleich mehrere hundert Meter nach unten geht. Man kann einfach weder mit Worten, Bildern oder bewegten Bildern erklären was man empfindet wenn man an diesen Blick vor Augen hat.

Da heute Freitag war und wir in einem Nationalpark übernachten wollten, haben wir das Hotel bereits von Deutschland aus gebucht. An Freitagen kommen zu den Touristen auch noch die Amerikaner die in den Nationalparks übernachten. Zudem scheut ein gebranntes Kind das Feuer. 1998 mussten wir einmal bis spät in die Nacht nach einem Hotel suchen, weil im Yosemite Nationalpark alles ausgebucht war. Wir bezogen unser Zimmer in der Maswik Lodge für 105,67 $ und luden das Auto aus.

Zum Abschluss des Tages machten wir noch einen kleinen Spaziergang zum Canyon, der nur fünf Minuten entfernt liegt. Auf dem Rückweg besuchten wir noch den Shop des Nationalparks. Dort gab es dann auch T-Shirts in meiner Größe.

Distanz: 266 Meilen (426 km)

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