USA 2010 – 2. Tag – Do. 13.05.2010

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Los Angeles – Calico – Needles

Jetlag nennt man es wohl, wenn man nach nur etwas mehr als fünf Stunden Schlaf wieder aufwacht. Da die beiden anderen auch schon um kurz vor fünf Uhr wach waren, haben wir uns fertig gemacht und sind zum Frühstücken gegangen. Dieses bestand aus Donats in allen möglichen Farben und süßen Geschmacksrichtungen, Wasser mit Kaffeegeschmack und Toasts. Das Ganze war nicht wirklich berauschend, da es aber im Preis inbegriffen war, nahmen wir es dankend an. Während wir aßen trafen wir das Pärchen vom Vorabend wieder, sie wünschten uns eine schöne Reise.

Nachdem wir das Zimmer geräumt und ausgecheckt hatten, ließen wir uns gegen 8 Uhr vom Airport-Shuttle des Hotels zum Autovermieter Hertz fahren. Auch dieser Service war für uns kostenlos, bis auf das obligatorische Trinkgeld von einem Dollar pro Person für den Fahrer. Wir hatten bereits von Deutschland aus das Auto gebucht, bei Hertz mussten wir dann nur unsere Pässe, unsere internationalen Führerscheine und Kreditkarte vorzeigen. Dann wurde uns gesagt auf welchem Stellplatz sich unser Auto befindet und schon war der Papierkram erledigt.

Wir fanden an unserem Stellplatz einen, wie Regina meinte wunderschönen roten, Toyota Camry. Ein wirklich klasse Auto mit viel Platz und sogar einem Navi an Board, was mich etwas überraschte. Nachdem ich mich etwas mit dem Auto vertraut gemacht hatte, ging es zur Ausfahrt. Dort allerdings gab es eine Überraschung. Die nette Dame meinte zu uns: „you guys go back and pick the right car“. Wir hatten also das falsche Auto genommen. Wir haben nur auf den Stellplatz und nicht auf das Kennzeichen geschaut.

Leider fanden wir unser Auto nicht und auch der Parkwächter konnte es nicht finden. So musste ich zum „Customer Service“ um das Ganze zu klären. Die Dame dort buchte uns einfach auf ein anderes Auto um. Dieses Mal bekamen wir einen silbernen Camry ohne Navi. Das Ganze hat keine fünf Minuten gedauert, das nenne ich Service!

Wir installierten also mein Navi und gaben als erstes Ziel Needles ein. Mit 5420 Meilen auf dem Tacho ging es auf die große Reise durch den wilden, wilden Westen.

Wir fuhren von Hertz auf die Strasse und nach zwei Mal abbiegen, fand ich mich auf dem Freeway wieder. Was ich dann erlebte war für mich ein kleiner Horror. Ich fahre ja sehr gerne Auto, aber 70 Meilen sind immerhin 110 km/h und ohne Orientierung und mit Meilenangabe statt Kilometern, ist man auf einer bis zu achtspurigen Autobahn schnell verloren. In den USA ist überholen links und rechts erlaubt, die Amerikaner halten auch kaum Abstand zwischen den Autos und dann auch noch Berufsverkehr. Dann gibt es auch noch eine so genannte Pool Car Lane, auf der man nur mit mehr als einer Person im Fahrzeug fahren darf. Das unbekannte Auto, einen Tempomat den ich nicht verstand und allgemeine Verwirrung sorgten dafür, dass ich zwei Mal an unserer Ausfahrt vorbeifuhr, erst im dritten Versuch hatten wir Erfolg. Es war aber auch wirklich nicht einfach die Interstate (ein Freeway der durch mehrere Bundesstaaten führt) I-10 Ost zu erreichen. Von acht Spuren bogen zwei rechts ab, die nächsten beiden Spuren überqueren die Autobahn und führten nach links. Die restlichen vier führten geradeaus. So etwas findet man bei uns in Deutschland einfach nicht.

Ich fand mich dann doch recht schnell mit dem Auto zurecht und wir erreichten die I-15 Nord in Richtung Las Vegas. Wir ließen den Großraum Los Angeles hinter uns und machten gegen Mittag das erste Mal Pause um Getränke zu kaufen. Zudem wollten wir eine Kühlbox kaufen, was sich nicht so einfach darstellte. Wie heißt eine Kühlbox bitte auf Englisch? Also suchten wir zuerst im Laden und als wir nicht fündig wurden haben wir eine Dame gefragt. Diese meinte dann nur kurz: So etwas wie dort drüben? Wir mussten so lachen, wir haben den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen.

Auf der Interstate ging es weiter zu unserem ersten Ziel die Geisterstadt Calico. Auf dem Weg dorthin wurden die Strassen immer kleiner und am Ende waren wir auf einer ganz normalen Strasse mit je einer Fahrspur für jede Richtung.

Die „Geisterstadt“ Calico selbst konnte uns nicht wirklich überzeugen. Hier befand sich einmal eine Silbermine und nun ist man darauf aus Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen, dies fängt schon bei 6 $ Eintritt pro Person an. Aber immerhin konnten wir uns etwas die Beine vertreten und ein paar nette Bilder machen. Nach etwas mehr als einer Stunde machten wir uns wieder auf den Weg. Wir waren nicht enttäuscht, aber ich würde Calico nicht mehr ansteuern.

Von Calico aus ging es auf die I-40 Ost und damit auf die Spuren der legendären Route 66. Die restlichen Meilen unserer heutigen Tour gestalten sich mehr als angenehm. Insgesamt gab es bis Needles ungefähr vier Kurven mit jeweils ca. 10 Grad Richtungsänderung. Das Ganze dann noch mit einem Automatikgetriebe, eine angenehme Art zu reisen. Das Ganze dann noch bei kurze Hose Wetter mit bis zu 31 Grad.
Kurz nach 16:00 Uhr erreichten wir Needles. Zielsicher steuerte ich ein Motel 6 an und buchte uns für 49,18 $ für eine Nacht ein. Da wir alle hungrig waren, brachten wir schnell unsere Koffer ins Zimmer und brachen dann auf um etwas zum Essen zu suchen. In der Nähe der Ortseinfahrt fanden wir einen Taco Bell welchen wir aufsuchten. In einer Tankstelle gegenüber kaufte ich dann noch für 6,95 $ eine Schachtel Marlboro. Da sind Zigaretten bei uns wirklich noch „billig“.

Nach nur einem Tag muss ich wieder feststellen wie freundlich die Amerikaner sind. Service ist hier wirklich Service. Ich mag die Mentalität der Menschen hier einfach. Auch wenn es oberflächlich ist, dies ist mir aber lieber als dieses verlogene in Deutschland.

Distanz: 324 Meilen (518 km)

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